Trainingslager Ungarn - April 2012

Trainingslager Százhalombatta (Ungarn) - April 2012



Tag 1: Wir sind gelandet...

 

Die Beckenschwimmer des SC EMPOR Rostock sind vor wenigen Stunden in Százhalombatta angekommen. Die erste Mahlzeit war sehr üppig, der Rundgang durch die Schwimmhallen (50m- und 25m-Halle) vielversprechend. 17.00 Uhr geht es zur ersten Trainingseinheit in das überdachte 50m-Freibad. Schwimmerisch spannend ist es aktuell in Ungarn. Am heutigen dritten Tag der Ungarischen Meisterschaften in Debrecen wurde Laszlo Cseh von Bence Biczo mit einem minimalen Vorsprung von 1:56.33 zu 1:56.34 über 200m Schmetterling geschlagen. Anlässlich dieser Leistung ist es vielleicht heute schon Zeit für eine hammerharte Serie in Schmetterling...

Tag 2: Die ersten Kilometer wurden geschwommen...

 

Die ersten beiden Trainingseinheiten wurden unter großartigen Bedingungen absolviert. Das Match gegen die nach uns trainierende ungarische Wasserballmanschaft ist in Planung, schließlich wurde Ungarn 2003 in Barcelona Wasserballweltmeister. Schöne Grüße von Neele und Nicola: "Schwimmhalle und Hotel sind super. Ein bisschen weniger Schnitzel (ungarisch szelet) mittags und abends wäre gut." 

Tag 3: Die Schnitzelbilanz ist in Gefahr...

 

Wir sind im Trainingsrhythmus angekommen. Die erste Trainingseinheit um 7.00 Uhr, die zweite um 16.00 Uhr, da bleibt ausreichend Zeit für ein Mittagsschläfchen. Der erste Trainingstest wurde mit Erfolg absolviert, auch wenn die Ungarn im Umgang mit Chlor nicht so zurückhaltend sind. Das Essen ist super! Obwohl es die letzten zwei Mahlzeiten keine Schnitzel mehr gab. Grüße von Carl: "Die Schnitzelbilanz der Woche ist in Gefahr!"

Tag 4: Es wird Sommer...

 

Der zweite harte Trainingstest liegt hinter uns, die Ergebnisse waren gut, die Stimmung ist es auch! Seit gestern ist hier "Kurze-Hosen-Wetter" und das Ahletiktraining konnte nach draußen verlegt werden. Es gibt zwar keine Schnitzel mehr, dafür aber ausreichend Hühnchen und viel, viel Knoblauch! Schöne Grüße von Neele und Nicola: "Wir haben zwei ungewöhnliche Gesangstalente in der Trainingsgruppe!!!"

Tag 5: Das lässt Frauenherzen höher schlagen...

 

Heute wurde, zum Bedauern von Carl, nur einmal in den frühen Morgenstunden trainiert. Danach ging es mit der Eisenbahn in die Hauptstadt. Spannend war es schon auf dem, nicht ganz den gewohnten Sicherheitsbestimmungen entsprechenden, Bahnhof in Százhalombatta. Trotz schwerster Verständigungsprobleme haben wir es bis in die Metro in Budapest geschafft. Die „Millenniums-U-Bahn“ ist nach der London Underground die zweitälteste U-Bahn der Welt. Und kurze Zeit später steht man auf der Deák Ferenc utca, auch Fashion Street genannt. Wir haben ihn noch in der Trainingsgruppe, den echten Gentleman, der die Einkaufstüten der Mädels trägt! Viele Grüße von Paul: "Ehrlich, für manche Schuhe braucht man einen Waffenschein!"

Tag 6: Schnitzel kann man auf unzählige Arten zubereiten...

 

Heute wurde wieder zweimal geschwommen, Shopping ist auch zu anstrengend. Außerdem wird Carl quengelig, wenn er keinen Mittagsschlaf bekommt. Nachmittags ging es erstmals auf die kurze Bahn. Auch hier waren wir ganz alleine und konnten uns auf den acht Bahnen austoben. Im November 2009 fanden in dieser Halle die Ungarischen Kurzbahnmeisterschaften mit einem Landesrekord von Evelyn Verrasztò über 400 Freistil (3:59,68) statt. Wir waren also hochmotiviert! Außerdem konnten wir feststellen, dass es viele Arten der Schnitzelzubereitung gibt, aber eins haben sie alle gemeinsam: Einen sehr intensiven Knoblauchgeschmack! Liebe Grüße von Sophie: "Hier scheitert man nicht an langen Trainingseinheiten, sondern an der Größe der Pizza!"

Tag 7: Alles tut weh...

 

Wir befinden uns im 3,5-Tage-Rhythmus, die Stimmung leidet ein wenig, der Mittagsschlaf wird auf zwei Stunden ausgedehnt, das frühe Aufstehen fällt schwerer, der Körper schmerzt. (Carl: "Der Urlaub wird langsam zu anstrengend.") Aber da gibt es immer noch Dinge, die aufheitern: das Wärmebecken in der 25m-Halle, die Sauna in der 50m-Halle und nicht zuletzt die guten Mahlzeiten im Restaurant nebenan. Wie unschwer auf dem Foto zu erkennen ist, waren alle Ängste bezüglich der Schnitzelbilanz unbegründet. Der Weg zur Schwimmhalle führt uns täglich am Szent István Templom vorbei, einer Kirche des prominenten ungarischen Architekten Imre Makovecz. Morgen ist Ostern. Bislang wissen wir noch nicht, ob hier der Osterhase kommt, oder irgendein anderes Tier. (Pascal: Vielleicht die Ostereidechse...) Heute mal ein Gruß von Frau Mundt: "Ich bin stolz auf die Sportler, bislang wurden alle Kilometer absolviert, keiner hat aufgegeben."

Tag 8: Doch keine Ostereidechse...

 

Die drei Tage mit vollem Training haben alle überstanden, auch wenn die Schmerzen nicht weniger wurden. (Björn: "Ich habe seit Tagen kein Laktat abgebaut.") Wir haben die letzte Trainingseinheit zusammen mit den ungarischen Wasserballern verbracht, gewichtstechnisch sind wir trotz gutem Essen immer noch weit unterlegen. Heute ist Ostern. Húsvét (zu Deutsch: Fleisch nehmen) heißt in Ungarn der Feiertag zur Auferstehung Christi. Es gibt traditionell Schweinshaxe mit gekochten Eiern und Meerrettich, alles in großen Mengen. Wir blicken sehr positiv auf die kommenden Mahlzeiten in unserem ungarischen Lieblingsrestaurant in Százhalombatta. Auf geht´s in die letzten 2,5-Tage!

Tag 9: Das ist alles nicht ganz TÜVig...

 

Wir haben Ostersonntag überstanden, auch wenn es zeitweise berechtigte Zweifel gab. Zum Feiertag wurde nur einmal trainiert, danach stand Vergnügen auf dem Plan: Ein Ausflug in den Vidámpark! Dieser Vergnügungspark liegt mitten in Budapest und hält verschiedenste Attraktionen für seine Besucher bereit. Neben einer 1922 erbauten Holzachterbahn (übrigens ein ungarisches Kunstdenkmal) gab es Klassiker wie den Breakdancer oder den Sky Flyer. Nach einer einmaligen Gebühr bekamen wir ein Armbändchen als Eintrittskarte ins Vergnügen. Vielen Dank an den Fanclub des SC EMPOR Rostock, der unseren Osterausflug unterstützte!!! "Was bezahlt ist, muss benutzt werden" war das Motto, wir haben alles ausprobiert! Die Sicherheitsvorkehrungen an den Fahrgeräten ähnelten denen auf dem Bahnhof von Százhalombatta, mehrere Überschläge gesichert durch einen Autogurt lassen berechtigt Zweifel aufkommen. (Carl: "Das ist hier aber nicht ganz TÜVig!") Dieser wurde aber durch schnell aufkommende starke Übelkeit beseitigt. Für ein wenig Beruhigung sorgten die Geisterbahn ("Carl, das Gruseligste warst du!") und das Osterhasenknuddelgehege. Wir haben uns amüsiert, mehr oder weniger!

Tag 10: Korea ist angereist...

 

Nachdem wir zwei Tage alleine in allen Schwimmhallen waren, ganz alleine, wirklich völlig alleine, keine Menschenseele aber eine offene Tür, trainieren wir seit gestern zusammen mit den Koreanern. Da es uns Europäern schwer fällt, Asiaten zu unterscheiden, lässt sich nur mutmaßen, dass auf der Nachbarbahn Park Tae-hwan, der amtierende Weltmeister über 400 Freistil (3:42,04 Shanghai 2011) trainiert. Beeindruckend ist vor allem die sehr bunte Badebekleidung. Die Zeit der geschlossenen Geschäfte in Ungarn ist überstanden, heute konnten wieder ordentlich ungarische Forint (der Kurs ist im Moment 1€ = 296 HUF) im Tesco ausgegeben werden. Beliebteste Ware ist die Schokoladenschnecke. Fast ein bisschen wehmütig blicken wir auf die letzten vor uns liegenden Trainingseinheiten in Százhalombatta. Einziger Kritikpunkt ist der häufige Stromausfall im Zimmer 317, vielleicht eine Überlastung durch den dauerhaften Gebrauch aller verfügbaren technischen Geräte. Herzliche Grüße von Lisa: "Die Stimmung ist immer noch super!"

Tag 11: Wir haben fertig...

 

Der letzte Trainingstag war sonnig, die Gemüter sind es auch. Im Restaurant Ebatta werden alle Wünsche erfüllt, seit der Kellner morgens mit uns schwimmen geht. Zum Abschluss gab es Pizza nach Wahl! Die Koreaner trainieren ebenfalls eifrig, haben aber definitiv die cooleren Sonnenbrillen. Nun wurden alle Trainingseinheiten abolviert, alle Kilometer sind geschwommen (Björn: "Die 5x200 machen es nun auch nicht mehr."), der letzte Test ist beendet (Pascal: "Nach 15 Metern waren die Arme fest..."), wir verlassen Ungarn sportlich, dynamisch und durchtrainiert.