Trainingslager Belek - Türkei

12.-23. April 2014

Fern der Heimat im Land der zwei Kontinente bereiten sich Sarah Wendt, Jonas Mier, Liam Glatz, Lennart Fischer, Paul-Arwed Böttcher, Noel Pascal Thiel, Carl Christian Nehls und Ole Christian Eisenberg auf die anstehenden Meisterschaften vor.

Tag 1: Nur noch über Istanbul...

 

Der Anreisetag war lang und hatte Höhen sowie Tiefen. Schlangen an der Passkontrolle können ewig lang sein, die Xbox ist ziemlich sprengstoffgefährlich, wenn man weiß, dass man nichts zu trinken hat, kommt permanent der Durst. Aber da waren auch schöne Momente. Ole hat ein neues Handgepäckstück, er sieht besser aus als jede Stewardess, das Essen bei Turkish Airlines ist super, wir werden nur noch über Istanbul reisen, in Belek ist "Kurze-Hosen-Wetter". Eine Athletikeinheit und mehrere Gänge ans Buffett beenden diesen Tag und eröffnen elf weitere Trainingsintensive!

Tag 2: Camouflage ist auch eine Hautfarbe...

 

Mit drei Trainingseinheiten und ein bißchen Frühsport sind wir im Trainingsrhythmus angekommen, auch wenn es heute verhältnismäßg entspannt losging. Der Tag begann morgens bei schönstem Sonnenschein am Strand und endete abends bei schönstem Mondschein im Pool. Es ist sehr sommerlich in Belek, die Hautfarbe hat sich je nach Genauigkeit beim Eincremen von Sportler zu Sportler unterschiedlich entwickelt: Paul hat einen weißen Streifen auf dem Rücken, Liam helle Flecken um die Augen, Carl ist nahezu komplett in Camouflage. Aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich...

Tag 3: Sollten wir uns dieser Diktatur widersetzen...

 

Der zweite volle Trainingstag signalisierte schon recht deutlich, dass wir nicht im Urlaub sind. Der Frühsport wurde dreißig Minuten vorverlegt, die erste Schwimmeinheit deutlich überzogen, die Stoppuhr gezückt und der tägliche Vortrag über sportlergerechtes Verhalten deutlicher. Aber Sonne, hellblaues Wasser im Pool, Mittagsschlaf und reichhaltiges Essen machen ja genügsam. Die Trainingsgruppe hat sich langsam aufeinander eingestimmt, die Trainingstests werden deutlich besser, die Trainerin zusehens beruhigter - die Haut der Athleten übrigens auch...

Tag 4: "Was ohne Ruhepausen geschieht, ist nicht von Dauer." (Ovid)

 

Da Muskeln in den Trainingspausen wachsen, gab es heute einen freien Nachmittag in Belek. Die Langstreckler haben ihren ersten umfangreichen Test hinter sich gebracht, der Rest sammelt Kraft für die intensive Trainingsserie morgen. Aber darüber macht der Sportler sich bei herrlichster Sonne auf der Rutsche des Wasserparks natürlich wenig Gedanken. Da stehen ganz andere Fragen an: Wie weit kann Jonas im Meer fliegen, welches Blatt hat Paul auf der Hand, ist das schon braun oder noch rot...

Tag 5: Und sie ist nie zufrieden...

 

Ein intensiver Trainingstag neigt sich dem Ende. Intensive Trainingsserien, intensive Erinnerungen an die Zielvorgaben, intensive Ermahnungen an die technischen Vorgaben, intensive Ansagen zum gewünschten Rennverhalten. Das ist aber nicht alles an Intensitäten. Da hatten wir noch intensives Mittagsschläfchen, intensives Autorennen an der Xbox, intensives Eincremen der mittlerweile gebräunten Haut...

Tag 6: Es ist Zeit, die Handbremse zu lösen...

 

Wir sind mittlerweile seit sechs Tagen hier und gewisse Rituale haben sich entwickelt. Ole und Carl sitzen nach jeder Mahlzeit am Pool, um schweigsam in die Sonne zu blicken, Liam, Lennart und Jonas sitzen nach jeder Mahlzeit in der Hotellobby, um schweigsam auf die Handys zu blicken. Da alle Vereine unterschiedlich angereist sind, gehen die halben freien Tage reihum, was für ideale Trainingsbedingungen sorgt. Unser sechster Trainingstag begann früh und endete spät bei untergehender Sonne. Dennoch kam keine Romantik auf, dafür waren wir viel zu rasant unterwegs... 

Tag 7: Weltuntergang in Belek...

 

Der siebte Tag unterschied sich ganz klar von den anderen Sechs. Es war heute deutlich dunkler, deutlich kälter, deutlich windiger und das Wasser kam von überall. Nach den ersten Blitzen während des Frühtrainings musste der Außenpool geräumt werden. Damit änderte sich unsere Planung. Es ging also erst mit den Sportfreunden aus Rheinhessen nach Side, ein Fischerort an der türkischen Riviera. Ein bißchen Shopping, ein bißchen Kultur, ein bißchen Natur und herrliche große Wellen. Ganz so herrlich waren die Wellen im Pool beim anschließenden Training nicht mehr...

Tag 8: Auf Regen folgt auch wieder Sonnenschein...

 

...beim Wetter wie beim Training. Wir befinden uns mittlerweile in der zweiten Hälfte unseres Aufenthaltes und einige Trainingstests wurden bereits ins Becken gebracht.  Heute morgen, noch recht windig aber durchaus sonnig, waren die Ergebnisse eher wolkig als heiter, heute nachmittag war der Himmel eher wolkig als heiter, die Trainingszeiten dafür ganz schön sonnig. Vielleicht haben wir den Wettergott damit wieder auf unserer Seite und es gibt in den nächsten Tagen viel Sonnenschein...

Tag 9: Eine Siegerin und zwei Zweitplatzierte...

 

Ostersonntag wurde sich hier nicht zurückgelehnt, sondern um die Wette geschwommen. Der Tag begann mit einer letzten langen Schwimmeinheit unter strahlendem Sonnenschein, LSF 50 für alle! Die Mittagspause war kurz und dann ging es rund. Alle Vereine hatten ihre Sportler gemeldet, 923 Starts wurden an diesem Nachmittag ins Wasser gebracht. Und wir haben Erfolgsmeldungen. Bei einer großen abendlichen Siegerehrung im Hotel wurden drei unserer Sportler ausgezeichnet. Sarah gewann den Mehrkampf in der Wertung 2001 und jünger weiblich, Jonas wurde in gleicher Altersgruppe männlich Zweiter, Liam konnte ebenfalls mit einem zweiten Platz in der Wertung 2000/1999 glänzen. Damit sollte es doch auch morgen Sonne geben...

Tag 10: Wenn man den Wahnsinn halbiert, verdoppelt sich die Freude...

 

Acht Sportler in ihrer jugendlichen Leichtigkeit sind ja das Eine, acht Sportler in ihrer jugendlichen Leichtigkeit jeden Tag fünf Stunden gemeinsam beim Training sind das Andere. Daher gab es heute ein Experiment. Die Gruppe wurde halbiert und streng voneinander getrennt beschäftigt. Und siehe da, die ganze Nummer wurde deutlich entspannter. Und es hatten alle etwas davon, die Einen den halben freien Tag, die Andere weitaus weniger hysterische Wutausbrüche. Also aufgepasst, nicht alle Fotos stammen vom heutigen Trainingstag...

Tag 11: Drei Schwimmeinheiten, trainiert bis in die Nacht...

 

Der vorletzte Tag war lang aber schnell - der letzte Trainingstest im Pool in Belek wurde erfolgreich absolviert und heute kann man es nicht anders sagen, wir sind eigentlich alle zufrieden mit uns. Anschließend haben wir ausgiebig ein letztes Mal das Abendbuffett genossen und wir sind ganz ehrlich, nicht nur sportlergerecht. Vom schlechten Gewissen geplagt, hat es uns zu einer dritten (nein, für Eine war es die erste) Schwimmeinheit getrieben. Unter sternenklarem Himmel gab es noch ein kleines Schwimmerchen im Meer (mit Hai - nicht wahr, Carl)...

Tag 12: Back home - Rostock hat uns wieder...

 

Der letzte Tag war ein sehr kurzer Trainings- und ein sehr langer Reisetag, aber wer schon mal mit Turkish Airlines geflogen ist, weiß die Reise über Istanbul zu schätzen. Aber von vorne: Lennart schafft 20 Pancakes, genau zwei weniger als Ole, das Wasser im Pool ist um 7.30 Uhr genauso schön hellblau, wie um 11.30 Uhr, das Trainingsprogramm ist morgens um 7.30 Uhr genauso lang wie um 11.30 Uhr, die Xbox ist immer noch sprengstoffgefährlich, Muscheln in der Hosentasche zu schmuggeln geht in Ordnung, der Flughafen Istanbul-Atatürk ist der größte internationale Verkehrsflughafen, in wenigen Stunden kann man hier alle Religionen und Kulturen dieser Welt erleben, Turkish Airlines verwöhnt seine Fluggäste kuliniarisch und zu Hause ist es auch wieder schön...

"Nicht perfekt - aber verdammt nah dran..."

 

Zwölf Tage im Paradies, zwölf Tage harte Arbeit für Sportler und Trainerin -

ihr habt einen guten Job gemacht und Fleiß wird belohnt, ich wünsche es euch!