Trainingslager Belek - März 2013

Vom 20.-31. März 2013 bereiten sich sieben Sportler der TG Mundt in Belek auf die anstehenden Wettkampfhöhepunkte vor: Liam, Paul-Arwed, Pascal, Carl Christian, Ole Christian, Björn und Annike Märthe in der fernen Türkei - ein täglicher Bericht:

20. März 2013 - Klimawandel mal anders...

 

Bei Minusgraden und meterhohem Neuschnee haben wir den Heimathafen heute morgen verlassen und sind bei 20 Grad im Schatten, fast planmäßig, in Belek angekommen. Die Trainingsbedingungen sind mit 50m-Freibad, Kraftraum, Fitnessbereich, dem Meer vor der Tür, Laufstrecke und Sportanlagen sensationell. Der Trainingsplan wurde besprochen, das Ziel haben alle vor Augen. Heute starten wir mit einer mäßig intensiven Auftakttrainingseinheit in zwölf hammerharte Tage (...denn Erfolg kommt nur im Duden vor Fleiß...).

21. März 2013 - Das Training hat begonnen...

 

Drei Einheiten wurden bereits absolviert: Athletiktraining, Frühsport am Strand und 6,5 Kilometer im ersten Schwimmtraining im Freibecken, was bei strahlendem Sonnenschein und Aussicht auf Tiefenbräune absolut akzeptabel war. Der Trainingstag beginnt mit 8.30 Uhr sehr spät, dauert dann aber auch bis 20.00 Uhr an. Die Verpflegung lässt keine Wünsche offen, ohne Chai Latte läuft hier nichts (...natürlich Jungs, ohne Sonnenöl auch nicht...).

22. März 2013 - Im Dunkeln ist gut munkeln...

 

Der dritte Tag in Belek ist angebrochen, Frühsport und Frühstück liegen bereits hinter uns. Mittlerweile wurde der Kraftraum besucht und das Freibecken bei Dunkelheit getestet. Aber die romantische Beleuchtung verhindert heimliches Abkürzen und so sammeln sich die Trainingskilometer. Im Schnitt kommen wir auf einen Liter Chai Latte pro Person täglich (...nur der Kenner trinkt den Chai ohne Latte...) und Carl muss sich die Bettdecke nicht mehr mit Björn teilen - die Lage ist also entspannt.

23. März 2013 - Nach Regen kommt auch wieder Sonne...

 

Wir haben den ersten verregneten Vormittag überstanden (...das ist wie auf´m Campingplatz...) und eine weitere Trainingseinheit unter sternenklarem Himmel. Heute morgen blendet die Sonne schon beim Frühsport, die erste Schwimmeinheit dient der Kompensation, die Aussichten auf diesen Tag sind dementsprechend rosig. Die Trainingskilometer sammeln sich unaufhaltsam (...aber Hauptsache das Wetter stimmt...) und es gibt die ersten Finessen bei der Zubereitung des Chai Latte (...ja, das schmeckt dem Muskel...).

24. März 2013 - Was schmerzt mehr...

 

Drei volle Trainingstage sind überstanden, 12 Stunden im Wasser, 4 Stunden Athletiktraining, 2 Stunden im Kraftraum (...hoffentlich tut der Sonnenbrand bald mehr weh, als der Muskelkater...). Aber bei aller Quälerei stimmt die Kalorienzufuhr, fünf Stück Fleisch pro Mahlzeit sind nichts. Nach Sonne und Regen gab es gestern nachmittag Wind und kleine Wellen im Freibecken. Diese Kombination unter wolkenlosem Nachthimmel während der späten Schwimmeinheit wirkt etwas kühl (...wenn ich nicht wiederkomme, bin ich unter eine Eisscholle geraten...). Heute gibt es den ersten Test und den ersten freien Nachmittag!

25. März 2013 - Was rot ist, wird braun...

 

Ein sehr sonniger halber Trainingstag liegt hinter uns. Ohne Frühsport und dafür mit Ausschlafen wurde sich dem ersten Trainingstest gestellt. Neben guten Ergebnissen (...nach dem siebten Vierhunderter war ich drin...) gab es weitere Veränderungen der Hautfarbe. Während Carl kaum noch von den Einheimischen zu unterscheiden ist, geht die Haut von Ole den Weg über rot zu braun. Nach 3,5-Tagen geht es jetzt erstmal in den entspannteren 2,5-Tage-Rhythmus. Wir starten wie gewohnt mit Frühsport und zehn Eiern in den Trainingstag.

26. März 2013 - Wir haben Halbzeit...

 

Sechs Trainingstage liegen hinter uns, unzählige Stunden im Freibecken, unzählige Kalorien im Main Restaurant. Heute morgen gab es Frühsport bei bewölktem Himmel (...das sah aber im Prospekt ganz anders aus...), was auch mal ganz gut ist, denn die Haut von Ole leuchtet mittlerweile im Dunkeln. Gestern war es soweit, eine der längsten Schwimmeinheiten dieses Trainingslagers stand auf dem Plan, in der letzten Serie hatten wir das Becken für uns alleine und die 20.00-Uhr-Nachrichten liefen bereits (...wenn es jetzt nicht rutscht, dann weiß ich auch nicht...). Und dann passierte das Wunder, der Tiefengebräunte bedankte sich für das schöne Trainingsprogramm. Alles verläuft nach Plan, alle vorgesehenen Kilometer wurden absolviert. Ich bin stolz auf euch!

27. März 2013 - Mond zunehmend, Kraft abnehmend...

 

Wieder wurde ein voller Trainingstag absolviert. Björns Trainingsergebnisse haben sich dem Wetter angepasst (...eher durchwachsen, mehr wolkig als heiter...). Wir haben den großen Kraftraum getestet (...wir trainieren einfach zu wenig Bizeps...) und sind wieder unter wolkenlosem Nachthimmel geschwommen, bis alle um uns herum das Becken verlassen haben (...ich will nicht mehr schwimmen, kann ich mich nicht einfach ausgehen...). Es ist fast Vollmond, bisher ist Carl einfach nur braun...

28. März 2013 - Geschwindigkeit bringt Sicherheit...

 

Ein weiterer kurzer Trainingstag und ein weiterer Trainingstest liegen hinter uns (...ich bin zu schwach, um Laktat zu produzieren...). Allerdings diesmal nicht gemeinsam. Ole hat vorübergehend die Trainingsgruppe gewechselt und sich dem 3000-Freistil-Test und der Konkurrenz gestellt. Nachdem die härteste Serie der Woche endlich der Vergangenheit angehörte (...das wird nie zu Ende gehen...), stand ein Ausflug auf dem Plan: Mit dem Taxi nach Belek. Wir haben gelernt, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen nur Dekoration sind, man viel einfacher SMS schreiben kann, wenn beide Hände frei sind und das Knie lenkt und es reicht, auf die Bremse zu treten, wenn man sich schon neben dem anderen Fahrzeug befindet - das Ganze untermalt mit türkischer Pop-Musik. Wenn man da nicht entspannt. Beliebtestes Konsumgut war an diesem Nachmittag der weiße türkische Nougat.

29. März 2013 - Ein Hauch von Schicksal...

 

Wir befinden uns nun in den letzten vier Trainingstagen und damit auf der Zielgeraden! Der Vormittag war äußerst sonnig, das Frühtrainingsprogramm hatte kaum Höhen und Tiefen, war aber lang genug, um wieder etwas Bräune zu bekommen. Nachmittags änderte sich das Wetter drastisch, am Horizont wurde es tiefschwarz (...das Wetter ist heute auf unserer Seite...), die Hoffnung auf einen frühzeitigen Trainingsabbruch stieg. Aber auch das Beschwören von Calypso und der Wunsch, dass jemand am Beckenrand in tausende Krebse zerspringt, halfen nicht. Wir blieben vom Unwetter verschont (...nicht so schlimm, mir taten nur die letzten 7km weh...) und konnten diese Trainingseinheit planmäßig um 20.10 Uhr beenden.

30. März 2013 - Fertig (...ja, Schluss?...) und ab (...och nee...)

 

Das Wetter war wie gehabt sonnig mit 23° C im Schatten. Die vergangenen Stunden haben wir größtenteils im Freibecken (...bei Sonne und bei Mond...), in der Muckibude, auf dem Beachvolleyballfeld und am Zugseil verbracht. Zusammenfassend hat der zehnte Tag folgende Erkenntnisse gebracht: Pascal ist unser vorbildlichster Beine-Schwimmer, Leine ziehen wird hart bestraft und ruft schwere Schäden hervor, Björn verfügt über eine sensationelle Körperspannung (...ja, selbstverständlich...), Carl ist unschlagbar im Armdrücken (...obwohl wir viel zu wenig Bizeps trainieren...), Schwimmen nach 20.00 Uhr verursacht Wahnsinn (...wurden wir geblitzt, waren wir etwa zu schnell...). Jetzt geht es zusammen mit der TG Pietsch nach Antalya, ein bißchen Kultur muss schließlich sein...

31. März 2013 - Ich kann vor Selbstmitleid nicht mehr schwimmen...

Frohe Ostern an alle Daheimgebliebenen! Tag elf liegt nun hinter uns. Dieser begann sehr entspannt mit einem Ausflug nach Antalya. Von den Wasserfällen über eine Stadtrundfahrt ging es zum Outlet-Center. Männer und Frauen sind ganz unterschiedlich glücklich zu machen. Auch bis zum Mittagessen hielt sich die gute Laune. Mit dem Trainingsbeginn kamen die Gefühlsschwankungen. Zunächst konnten wir uns im Fußball mit einem 3:3 gegen Bayern München gut behaupten, zu diesem Zeitpunkt war die Grundstimmung noch recht ausgeglichen. Auslöser für den Unmut am vorletzten Trainingstag waren überraschend dazugekommende tausend Meter im Trainingsprogramm (...so, jetzt habe ich den Tiefpunkt erreicht...). Aber auch durch solche Krisen gehen wir gemeinsam (...es erinnerte stark an den Film Titanic, der Soundtrack hat gefehlt...). Nach einem gemeinsamen Harlem Shake mit allen anwesenden Trainingsgruppen machen wir uns nun bereit für den letzten großen Test. Auf den Osterhasen müssen wir wohl verzichten, der kommt nicht bis in die Türkei.

1. April 2013 - Die Kälte hat uns wieder...

 

Eine letzte Athletikeinheit (...was machen wir, fünf freiwillige Liegestütze...), ein letzter Sprung in die Fluten des Freibeckens und ein letzter Test beenden dieses Trainingslager. Die Ergebnisse können sich sehen lassen (...ja, das hatte sich ja gestern Abend schon angedeutet...), eure Trainerin reist etwas besänftigt in die Heimat zurück. Was sich allerdings nicht ganz einfach gestaltete, da sehr lange offen blieb, ob Björn seine Ausreisepapiere wiederfinden würde. Aber es ist geschafft, Carl ist verantwortlich für die zweiminütige Verspätung des Fliegers (...es ist zu Ihrer Sicherheit, ich stehe hier auch nicht gerne vorne...) und Pascal hat sich seinen Eisbecher verdient (...bitte bleiben Sie sitzen, in der Geschichte der Luftfahrt ist es noch nie einem Passagier gelungen, vor seinem Flugzeug das Gate zu erreichen...). Rückblickend zwölf sehr erfolgreiche Trainingstage, das volle Pensum wurde (...selten etwas widerwillig, häufig hochmotiviert...) absolviert, und zwar von allen. Es war mir eine große Freude mit euch!