Trainingslager Sizilien 2016

Vom 6.-17. Juni 2016 bereiten sich Emma, Sarah, Fiete, Leonhard, Felix, Liam, Lennart, Paul, Pascal und Ole auf ihre Saisonhöhepunkte vor. Unter italienischer Sonne wird hart an Renntempo und -strategie gearbeitet, um fit für die Meisterschaften im Becken- und Freiwasserschwimmen zu werden.

Tag 1: Anreise und Einschwimmen

"Rosso di sera buon tempo si spera." (Italienisches Sprichwort)

 

Zehn Sportler und eine Trainerin sind auf der italienischen Insel angekommen. Einige Überraschungen gab es, RyanAir hat nur fünfzehn Kilogramm Freigepäck (Tja liebe Lehrer, alle Schulbücher mussten wieder nach Rostock zurück...). Dafür genießt man während des gesamten Fluges eine Show, die sehr an QVC erinnert. Der Italiener nimmt es mit der Uhrzeit nicht so genau, kurzer Schock, als kein Abholservice am Flughafen auf uns wartete. Aber dann hat uns unsere neue Trainingsstätte sehr positiv überrascht. Tolles Wetter, herrlicher Pool, das Bett direkt gegenüber und ein gutes italienisches Buffet. Molto bene...

Tag 2: Das Training hat begonnen

"Chi ben comincia è a metà dell'opera."​ (Italienisches Sprichwort)

 

Nun sind wir tatsächlich angekommen und voll eingestiegen. Zweimal ging es heute in den 50m-Pool vor der Haustür. Wir freuen uns, denn wir sind da überwiegend alleine unterwegs. Zwischenzeitig wurde sich um die Hausaufgaben gekümmert, natürlich vernachlässigen wir hier die Schule nicht. Wir haben ja auch eine ziemlich angenehme Aussicht. Und schlussendlich blieb zum Abend auch noch ein bisschen Zeit, mal das Areal zu erkunden. Molto bene...

Tag 3: Nun wissen wir, wie es hier läuft
"Chi dorme non piglia pesce." (Italienisches Sprichwort)

 

Auch am dritten Tag wurde mit Blick auf das Meer zweimal trainiert. Morgens ein harter Test, abends ein paar schnelle Sprints. Alles kommt so langsam auf den Weg. Eine Portion Extramotivation gab es heute im Rutschen-Park. Bleibt die Frage offen, ob hier Haie schwimmen. Wer gut trainiert, hat nichts zu befürchten. Molto bene...

Tag 4: Touri für einen halben Tag

"So groß und einfach die Welt am Strand, nur Wind und Wolken, nur Meer und Sand." (Carl Peter Fröhling)

 

Der vierte Tag auf der Insel war der erste halbe Trainingstag. Aber die eine Trainingseinheit hatte es in sich. Unter italienischer Sonne wird nicht nur gelacht. Entspannung folgte nach Dehnung, Yoga und Teambuilding am Strand. Hellblaues Meer, wolkenloser Himmel und ein grandioser Ausblick geben wieder Kraft für den nächsten Abschnitt. Zwei Stunden Touri-Dasein lädt einige Batterien auf und trocknet so manche Träne. Nun wieder alles molto bene...

Tag 5: Der Touri-Wahnsinn ist ausgebrochen

„Nichts Schöneres unter der Sonne, als unter der Sonne zu sein." (Ingeborg Bachmann)

 

Während wir heute hart trainiert haben, veränderte sich die Welt um uns. Die geliebte Einsamkeit ist vorbei, zum Wochenende wird es richtig voll hier. Reisebusse voller Touris, die um den Pool herumliegen, sich am Buffet drängeln und bis in die Nacht inbrünstig am Animationsprogramm teilnehmen. Uns schockt ja nichts, das Training wurde absolviert, die Sprints werden schneller, die yogischen Verrenkungen geschmeidiger. Also trotzdem molto bene…

Tag 6: Ausgleichssport gegen den Deckeneffekt

Das Leben ist wie Tischtennis, ein ständiges Hin und Her!

 

Es ist Wochenende auf der Insel und der Sturm hat sich nicht gelegt, ganz im Gegenteil. Eine Touri-Flut hat uns überrollt. Und sie sind immer und überall. Am Pool, im Pool, auf den Leinen unter den Leinen, neben der Bahn, auf der Bahn und am Buffet sowieso. Uns bleiben nur die frühen Morgenstunden, wo der verkaterte Touri sich noch zum Frühstück schleppt, nicht in den Pool. Wir haben uns heute Ausgleich gesucht. Neben zwei Schwimmeinheiten gab es hart umkämpfte Duelle an der Platte. Der Sieg ging an Paul und Pascal, die haben gut gespielt, oder wie man auch sagt, molto bene…

Tag 7: Belastung und Entlastung

Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens. (John Steinbeck)

 

Wir haben einen Weg gefunden, den hunderten Augen der Touris zu entgehen. In aller Frühe und vor allen anderen haben wir uns zum Frühstück begeben, um anschließend einsam im Regen unsere Bahnen im Pool zu ziehen. Ablenkungsfrei wurde der nächste Zwischentest gemeistert. Und wir haben es geschafft, vor den Animateuren und der Dauerbeschallung italienischer Popmusik den Ort des Geschehens wieder zu verlassen. Die Mittagspause war lang, der freie Nachmittag auch. Aber wer rastet der rostet und da heute Abend ja noch eine wichtige Fernsehsendung kommt, wurde auf dem Fußballplatz schon mal angetestet. Zimmer 110 ist einfach nicht ruhig zu stellen. Molto piacere in movimento…

Tag 8: Der Countdown läuft

„Die Richtung ist egal, Hauptsache es geht voran!“ (Bernd Mai)

 

Es ist Montag und die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften rücken deutlich näher. Wir sind mit zwei Schwimm-, einer Schul- und einer Beweglichkeitseinheit in die Woche gestartet. Pünktlich zu den ersten schnellen Zeiten riss der Himmel auf. Sonne, welch Motivation. Der Vormittag war schon gut, nachmittags konnte hinter den einen oder anderen Test schon ein Achtungszeichen gesetzt werden. Der Stress hier hat sich auch gelegt, die meisten Touris haben gestern das Domizil verlassen, es kehrt Ruhe ein, die brauchen wir auch, wir wollen gut sein oder auch molto bene…

Tag 9: Kürzer treten

"Beim Football muss man nicht ins Tor schießen, sondern oben drüber. Das konnte ich schon immer ganz gut." (Axel Kruse)

 

Die letzten beiden längeren Schwimmeinheiten gehören der Vergangenheit an. Die Aussichten hinsichtlich der Arbeitszeit ab morgen sind rosig. Wir stecken mitten in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung. Da braucht es neben Geschwindigkeit auch Durchsetzungsvermögen und Kampfgeist. Und wo lernt man das besser als beim Football?!? Also gab es zur Abwechslung mal einen Abstecher auf den Bolzplatz. Ach so, vorher waren wir auch noch bei den Rutschen, Geschmeidigkeit braucht man vielleicht ja auch, oder?!? Si certo…

Tag 10: Raus in die weite Welt

„Ich stand nie unter Druck. Stress kenne ich auch nicht. Ich kenne nur Strass.“ (Karl Lagerfeld)

                               

Der morgendliche Test wurde mit viel Engagement gemeistert, schließlich stand ein außergewöhnliches Ereignis für den Nachmittag an. Es war unser letzter halber Trainingstag auf der Insel, mittags wurde das letzte Taschengeld zusammengekratzt, nachmittags ging es nach Palermo. Jawoll, Shopping! Die Abwechslung tat gut, eine hervorragende Kugel italienisches Eis auch. Pünktlich zum Abendessen wurden wir vor dem Essenraum wieder rausgeworfen. Zufrieden und satt geht es ins Bett, morgen wird zum letzten Mal unter sizilianischer Sonne geschwommen. Das aber ordentlich oder wie schon erwähnt molto bene…

Tag 11: Vom Winde verweht

„Wer in die Wüste geht und wiederkehrt, ist nicht mehr der Selbe.“ (Arabisches Sprichwort)

 

Wir haben heute nicht alleine trainiert. Scirocco war bei uns, den gesamten Tag. Scirocco ist etwas Schnelles aber kein Fahrzeug. Scirocco ist ein heißer Sturm aus südlichen Richtungen, der von der Sahara gen Mittelmeer weht. Und heiß ist dieser Wind aus Afrika. 40°C hat uns das Thermometer vor dem Mittagessen angezeigt. Dazu verringert er die Sichtweite, der Blick auf das Meer verschwindet in sandigem Nebel, der Hals kratzt, die Haare werden zu Stroh. Aber nichts hält uns auf. Und wird der Wind auch noch so kräftig wehen. Mit einem Sturm verabschieden wir uns aus diesem letzten Trainingslager. Die Vorbereitungen für die Meisterschaften sind abgeschlossen, mal sehen, was die Deutsche Nationalmannschaft heute beim Fußball schafft, mal sehen, was wir nächste Woche in Berlin schaffen…